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Die Abgeordneten
Lothar
Binding,
Sigmar Gabriel,
Dr.
Peter Gauweiler,
Dr.
Wolfgang Gerhardt,
Ute Granold,
Oskar
Lafontaine,
Petra Pau und
Alexander Ulrich bestätigten den
Eingang des Schreibens und dankten bzw. ließen danken, die
Abgeordneten
Matthias Berninger und
Priska Hinz äußerten
sich - unterschiedlich ausführlich - auch zum Inhalt der WWW-Seite. Die relativ geringe Anzahl der Antworten ist nicht
erstaunlich, da ich nicht explizit um eine Antwort gebeten
hatte.
Das personalisierte E-Mail-Anschreiben:
Betreff: Freiheit statt Solidarität?
Sehr geehrte[r] Frau [Herr]
(gegebenenfalls Titel) (Nachname),
derzeit wird intensiv diskutiert,
was Pflicht des Staates und was Aufgabe der einzelnen Bürgerin /
des einzelnen Bürgers ist.
Dazu habe ich auf
http://www.ulrich-willmes.de/erziehung.html
einige grundsätzliche, aber durchaus praxisrelevante
Überlegungen veröffentlicht.
Ich würde
mich freuen, wenn ich Ihnen damit Anregungen für Ihr politisches
Handeln geben könnte.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Willmes
Antwort von Herrn Berninger vom
12.09.2006:
Sehr geehrter Herr Willmes,
vielen Dank für das Zusenden Ihres Positionspapiers.
Obwohl es Schnittstellen mit grüner Politik aufweist,
unterscheidet sich doch unser Staatsverständnis. Sicher ist es
Aufgabe des Staates, soziale und ökologische Rahmenbedingungen
zu schaffen, aber gleichzeitig muss er wirtschaftliche, soziale
und kulturelle Selbständigkeit zulassen. Weder der
„Nachtwächterstaat“ noch der bevormundende Staat sind
zukunftsfähig. Wir brauchen einen modernen Staat, der Freiheit
ermöglicht, Solidarität fördert und sich am Grundsatz der
Gerechtigkeit orientiert.
So trete auch ich für den Aufbau einer hochwertigen
Betreuungsinfrastruktur ein. Ich bin davon überzeugt, dass ein
ausreichendes und qualifiziertes Förderangebot, welches in
Ergänzung zur Familie die Betreuung, Erziehung und Bildung für
Kinder sowie Bildungs- und Beratungsangebote für Eltern bereit
hält, Kindern die beste [Startposition (sinngemäße Ergänzung des
Autors)] für die Zukunft gewährt und Chancengleichheit schafft.
Die grüne Fraktion hat sich deshalb dafür ausgesprochen, dass
Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch
auf Betreuung haben sollen. Wir haben einen Vorschlag gemacht,
wie wir das finanzieren wollen: mit der Umwandlung des
Ehegattensplitting in eine Individualbesteuerung mit
übertragbarem Höchstbetrag. Aus den damit frei werdenden Mitteln
wollen wir eine Kinderbetreuungskarte für alle Eltern
finanzieren, eine Art Gutschein vom Bund zur Inanspruchnahme von
Tagesbetreuung für unter Dreijährige. Damit würde über die
Eltern Geld direkt in die öffentlich bereitgestellten
Betreuungsangebote fließen.
Allerdings ist staatliche Verantwortung immer auch begrenzt. So
haben zum Beispiel noch immer die Unternehmen die
Hauptverantwortung für die Schaffung von Ausbildungsplätzen.
Gleichzeitig kommen aber flankierende Maßnahmen in Betracht, wie
etwa Umlagesysteme, die einen Lastenausgleich zwischen
ausbildenden und nicht ausbildenden Unternehmen schaffen.
Und lassen Sie mich Ihnen zum Schluss noch einmal zustimmen: Ja,
wir brauchen einen starken, Wettbewerb organisierenden, faire
Zugangschancen sichernden und ökologisch weitsichtigen Staat,
der Rahmenbedingungen für eine Ökologisierung der
Marktwirtschaft schafft.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Berninger
Antwort von Frau Hinz vom
20.09.2006:
Sehr geehrter Herr Willmes,
haben Sie vielen Dank für die Übermittlung Ihrer Anregungen.
Viele Ihrer Ansichten zum Thema Bildung decken sich mit den
Einschätzungen meiner Partei - insbesondere das Fazit, dass
unsere Gesellschaft sich Bildungsverlierer auf lange Sicht
schlicht nicht leisten kann. Wir werden Ihre Überlegungen in
unsere Diskussionen mit einbeziehen.
Herzliche Grüße
i. A. Stephanie Palapies
Freiheit statt
Solidarität? Welchen Staat wollen wir?
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