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Die Abgeordneten
Paul Schäfer und
Jörn Wunderlich bzw. deren Büros bestätigten den
Eingang des Schreibens und dankten, die Abgeordneten
Miriam
Gruß und
Ronald
Pofalla äußerten sich auch inhaltlich. Die geringe Anzahl der Antworten ist nicht
erstaunlich, da ich nicht explizit um eine Antwort gebeten
hatte. Vielleicht war auch der Betreff zu kryptisch.
Das personalisierte E-Mail-Anschreiben:
Betreff: Er aber sprach: Was lungert
ihr hier untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns
angeworben.
Sehr geehrte[r] Frau [Herr]
(gegebenenfalls Titel) (Nachname),
in Deutschland werden in der
Produktion immer weniger Beschäftigte benötigt. Zugleich wächst
der Dienstleistungssektor nicht so stark, dass er diesen Verlust
an Arbeitsplätzen kompensieren könnte. Immer mehr Menschen sind
deshalb auf staatliche Unterstützung angewiesen.
Auf
http://www.ulrich-willmes.de/existenzminimum.html
sind einige Konsequenzen und mögliche Auswege beschrieben.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Willmes
Antwort von Frau Gruß vom
12.03.2007:
Sehr geehrter Herr Willmes,
vielen Dank für Ihren Hinweis auf Ihre Homepage. Sie haben mir
ja bereits mehrmals interessante Kommentare zukommen lassen. Ich
habe mit Interesse Ihr Statement zum Thema Existenzminimum
gelesen. Lassen Sie mich kurz meine Position zu diesem Thema
darlegen, aber bereits vorausschicken, dass für mich die
Hartz-IV-Regelungen keine Ideallösungen sind. Wir glauben, dass
es mit anderen Programmen wesentlich einfacher ginge und die
Menschen auch mit anderen Mitteln nicht das Gefühl bekommen,
dass sie der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Ich plädiere
daher für ein Bürgergeld.
Die FDP fordert für die Empfänger von sozialen
Transferleistungen mehr Transparenz und Chancen für Zuverdienste.
Die FDP will deshalb im Rahmen des Bürgergeldkonzeptes möglichst
viele steuerfinanzierte Sozialleistungen zusammenfassen, um so
das verwirrende Nebeneinander von mehr als 160 Sozialleistungen
zu beenden. In solch einem komplizierten Sozialsystem besteht
nämlich nicht nur Einzelfallgerechtigkeit, sondern es führt
aufgrund seiner Unübersichtlichkeit dazu, dass am Ende nicht der
Bedürftige, sondern derjenige, der sich am besten auskennt, am
meisten Leistungen erhält. Das soziale Netz hat die wichtige
Aufgabe, Menschen in Not Sicherheit zu geben und die soziale und
moralische Grundlage einer Gesellschaft widerzuspiegeln.
Die Festlegung der einheitlichen Leistungen und die
Verrechnungsverfahren der verschieden Sozialleistungen sollten
dabei gesetzlich geregelt sein. Die Vereinfachung des
Sozialsystems führt dadurch auch zu einer gesteigerten
demokratischen Legitimation, weil so im parlamentarischen
Verfahren klarer über die Anspruchshöhen und
Zuverdienstmöglichkeiten entschieden werden kann. Die Festlegung
des Bürgergeldes und der Zuverdienstmöglichkeiten sollen dabei
auf modernsten wissenschaftlichen Untersuchungen, auch
länderübergreifenden, beruhen.
Für die FDP ist entscheidend, dass alle Bedürftigen eine
Grundsicherung erhalten, die ihnen ein menschenwürdiges
Auskommen sichert und Teilhabe am sozialen Leben gewährleistet.
Ein soziales Netz muss dabei vor allem darauf ausgerichtet sein,
wo immer möglich, die Menschen aus der Abhängigkeit vom
Transferbezug wieder in die Eigenverantwortlichkeit
zurückzuführen. Deshalb will die FDP mit dem Bürgergeldmodell
die Zuverdienstmöglichkeiten für Transferbezieher, als Empfänger
des Bürgergeldes, so ausgestalten, dass jeder, der etwas
hinzuverdient, einen Teil davon behalten kann. Dabei gilt, dass
wer mehr hinzuverdient, am Ende auch mehr in der Tasche haben
muss. Arbeit muss sich für jeden lohnen. Im Ergebnis bietet das
liberale Bürgergeld damit die Möglichkeit zu einem bezuschussten
Zuverdienstmodell.
Die Reform der steuerfinanzierten Sozialsysteme zu einem
Bürgergeld ist damit für die FDP mit der Steuerreform die
zentrale Aufgabe der neuen Legislaturperiode.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Miriam Gruß
Antwort von Herrn Pofalla vom
15.03.2007:
Sehr geehrter Herr Willmes,
vielen Dank für Ihre Mail vom 12.03.2007, die ich mit Interesse
gelesen habe.
Ich möchte Ihrer Auffassung, die darauf hinausläuft, dass die
Zahl der Beschäftigten unausweichlich sinkt, nachdrücklich
widersprechen. Die Erfahrungen in anderen Industrieländern haben
in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, dass diese Entwicklung
durchaus nicht zwangsläufig ist.
Auch in der Bundesrepublik wächst die Beschäftigung als Ergebnis
der Reformpolitik der Großen Koalition wieder deutlich. Im
Februar 2007 lag die Arbeitslosigkeit in Deutschland um 826.000
niedriger als vor einem Jahr. Die Zahl der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im gleichen
Zeitraum um 452.000. Die Wirtschaftsforschungsinstitute
prognostizieren auch für den weiteren Verlauf des Jahres 2007
und für 2008 eine Fortsetzung des Aufschwungs und eine günstige
Beschäftigungsentwicklung.
CDU und CSU wollen außerdem durch ein Kombilohn-Modell gezielt
Arbeitssuchende und Unternehmer, die langzeitarbeitslosen
Jugendlichen unter 25 Jahren und älteren Arbeitslosen über 50
Jahren neue Chancen bieten, unterstützen. Mit unserem
Kombilohn-Modell wollen wir die Arbeitskosten für die
Unternehmen senken und die Einkommen für die Arbeitnehmer
verbessern.
Das ist der richtige Weg, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt
für die Langzeitarbeitslosen spürbar zu verbessern. Unser Ziel
ist es, dass spätestens 2010 kein Jugendlicher mehr von
Langzeitarbeitslosigkeit betroffen ist und die
Beschäftigungsquote der über 50-jährigen Arbeitnehmer deutlich
steigt.
Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla, MdB
Was bracht der Mensch? Vom
steuerfreien Existenzminimum und notwendigen Luxus
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